LEM 2020 - Der zweite Blick

Dieses Jahr wollte ich unbedingt wieder mitspielen und so war die Freude wohl etwas zu groß, denn es wollte mir am Vorabend nicht gelingen einzuschlafen.
Mit mutmaßlich gut 3 Stunden an Schlaf ging es dann mit dem Auto nach Verden.

Die Spielstätte im Hotel Niedersachsenhof an sich strahlt schon eine tolle Atmosphäre aus. Dazu die vielen jungen und ehemals jungen Spieler. Jeder schien hochmotiviert zu sein.

In der ersten Runde ging es für mich mit Weiß gegen Jens Schmugge (1621) vom SK Lehrte. Nein, ich habe die Partie nicht im Schlaf gewonnen :) Irgendwie überwog meine Begeisterung die Müdigkeit. Ich konnte das Endspiel für mich entscheiden. 1:0.
Am Nachmittag ging es mit Schwarz gegen Ruben Korb (1655). Der Favorit konnte das Spiel für sich entscheiden.

Ausgeschlafen folgten die Partien am Freitag. Was meine Spielweise anging, insbesondere in der Partie am Nachmittag, war ich wohl doch nicht so munter. So tat es mir gut mich kurz mit Burkhard und Christoph zu unterhalten, die als Zuschauer angereist waren und mich ermunterten einen Bericht zu schreiben.

Aufgrund meiner relativ frühen Niederlage hatte ich nun die Möglichkeit mir die Partien von Charlotte, Julius und Reinhard anzuschauen. Total spannend. Charlotte spielte mit einem Springer mehr. Bei Julius sah das Brett schon relativ leer aus. Hier hatten beide Spieler die Möglichkeit einen Bauern maschieren zu lassen, mit dem Motiv der Umwandlung. Reinhard hatte einen starken Angriff mit Dame, Turm, Springer und Läufer.
So ging ich wieder an das Brett von Charlotte. Upps, ihr Mehr-Springer war weg. Bei Julius und seinem Gegner kam ordentlich Schwung in die Sache. Julius gegnerischer Bauer schien der Umwandlung bedrohlich nahe. Allerdings konnte sich der gegnerische König nicht mehr bewegen. Bei Reinhard war auf einmal der Läufer weg und sein Angriff somit bei Weitem nicht mehr so kraftvoll. Doch davon lies sich Reinhard in seiner ruhigen Art nicht beirren und suchte weiter nach dem Matt.
Charlotte sah sich einem Königsangriff, aufgrund einer Turmverdoppelung ihres Gegners, ausgesetzt. Bei Julius und seinem Gegner wurden die einzelnen Züge der Bauern ausgerechnet. Rauch lag über deren Köpfen :) Bei Reinhard sah es inzwischen leider nicht mehr so gut aus. Charlotte hatte inzwischen Gegenspiel entwickelt. Freude bei Julius. Er hatte gewonnen. Reinhard leider nicht. Der Sieg ging an seinen Gegner. Am Brett von Charlotte waren inzwischen die Damen getauscht. Sie entwickelte nun starken Druck mittels ihrer beiden Türme.

So wagte ich mich mal zu den Brettern der Meistergruppe. Tja, da war für mich wenig zu erkennen:)

Zurück an das Brett von Charlotte, die mittlerweile voll auf Gewinn stand, welcher dann auch schnell erfolgte.

Auch wenn das Turnier vom Ergebnis her für mich unbefriedigend war, so habe ich die Stimmung trotzdem sehr genossen. Ich kann all denen, die an der Landeseinzelmeisterschaft noch nicht teilgenommen haben raten, dieses im kommenden Jahr, zu ändern. Die Atmosphäre ist wirklich gut. Überall trifft man begeisterte Spieler. Der sehr große Turniersaal, das Restaurant, der Raum zum analysieren im Keller, alles trägt zu einer guten Stimmung bei.

Nicht zu vergessen Amir, Lukas, Christoph und Burkhard (hoffe, ich habe niemanden vergessen), die sich einfach mal auf den Weg gemacht haben, um moralisch für Unterstützung, zu sorgen.
Ganz nach dem Motto: HSK Lister Turm, dein freundlicher Schachverein.