Zu oft falsch abgebogen: Favorit Werder Bremen II beendet die Serie der Ersten

Anfang Februar, es stand der Aufstiegsgipfel in der Oberliga an. Gastgeber und Gegner war die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen. Bis dahin waren wir beide mannschaftspunktgleich, der Sieger würde sich höchstwahrscheinlich entscheidend absetzen.
Für das Match boten wir alles auf, was ging. Leider stellten wir bei der Ankunft in Bremen fest, dass unsere Gegner uns völlig ernst nahmen und mit einer von Titelträgern gespickten Truppe antraten. Spielort war die Platinloge im Stadion des Bremer Fussballklubs. Zielstrebig versuchte die eine Hälfte von uns sportlich die Treppe zu nehmen, anstatt auf den Fahrstuhl zu vertrauen. Gestoppt von einer verschlossenen und vergitterten Tür mussten wir dann aber den kläglichen Rückzug antreten. Das erste Mal falsch abgebogen, es hätte ein Zeichen sein können. Die andere Hälfte traf dann noch rechtzeitig nach fast vollständigem Umrunden der Arena beim richtigen Eingang ein, es konnte also losgehen.
Aufgebaut war bereits alles, daneben spielte die dritte Mannschaft des SV Werder Bremen und nur wenig weiter konnte die Bundesligatruppe beobachtet werden. Leider erwies sich das als schwierig, immerhin hatten wir ja unser eigenes Match zu bestreiten...

Spannung kam eher nicht so richtig auf und da ich ja im Titel sowieso schon immer alles verrate, gehe ich dieses Mal einfach die Partien von oben nach unten durch. Der Fokus liegt dabei auf den Scheidepunkten, wo leider wir diejenigen waren, die öfter falsch abbogen und auf die Verliererstraße gerieten. Am Ende findet sich wie üblich die detailreichere Analyse, vielen Dank an Attila, der seine Partie kommentiert hat!

Brett 1: Anthony Petkidis - Spartak Grigorian 0:1

Anthony hatte keinen guten schachlichen Jahresbeginn. Unsere "Geheimwaffe" hatte unter anderem auch noch das Pech, dass sein Gegner sich auf ihn vorbereitet hatte, obwohl Anthony zur Zeit eher selten für uns spielen kann. Es kam mehr oder minder schnell eine Variante des Najdorf-Sizilianers aufs Brett. Der Zeitverbrauch ließ bereits nichts gutes ahnen, da wich Anthony von der Hauptvariante ab. Der Vorteil, den Gegner aus dem Buch gebracht zu haben wurde kompensiert durch die recht angenehme Stellung des Werderaners. Mutig und leider inkorrekt entschied sich Anthony mit der langen Rochade das Spiel sehr zweischneidig zu gestalten. Der letztlich jedoch entscheidene Wendepunkt kam nach dem typischen Bauernvorstoß ...d5:

Anthony sieht sich dem Vorstoß ...d5 gegenüber
Schwarz hatte gerade mit 16...d5 das Zentrum attackiert. Hier hätte Anthony mit 17.Ld4! das Gleichgewicht wahren können.

Weiß wird entweder Stellungs- oder Materialnachteil hinnehmen müssen, mit der richtigen Positionierung des Läufers war aber ausreichend Kompensation zu erzielen. Anthony entschied sich mit 17.Lg3 für die falsche Diagonale, verlor den Bauern e4 und damit in letzter Instanz die Partie. Dabei sollte die Leistung vom Bremer nicht unterschätzt werden, der mit einer sehenswerten Taktik den Sack zu machte.

Brett 2: GM Jan Werle - FM Tobias Vöge 1:0

Tobias las sich im Auto noch eifrig Wissen für den folgenden Tschigorin an, doch das konnte den Großmeister nicht daran hindern, zumindest eine angenehme Stellung zu erhalten. Mit einem Aufmarsch von Figuren und Bauern versuchte Tobias am Königsflügel Gegenspiel für die positionell schlechtere Stellung zu organisieren, was ihm mit etwas Mithilfe auch hervorragend gelang. Doch dann...

Tobias verpasst die Chance 19...Se2+
Weiß bot mit 19.Dg3 den Damentausch an. Allerdings hat Schwarz einen taktischen Trick mit dem er Ausgleich sichern kann.

Hier hätte Tobias mit 19...Se2+! den Blockadespringer auf e4 entwurzeln können. Stattdessen entzog er die Dame dem Abtausch, wonach sich der Weiße jedoch konsolidieren konnte. Mit den Versuchen einen Springer zu opfern konnte der Großmeister nicht beeindruckt werden, der erst zugriff, als Tobias im Angriffsbemühen seinen Turm in eine Position schickte, aus der er nicht wieder befreit werden konnte.

Brett 3: FM Frank Buchenau - IM Rolf-Alexander Markgraf 0:1

Ja, an den vorderen Brettern wurden wir fertig gemacht. Frank wich dem offenen Sizilianer aus, produzierte dabei allerdings eine sowohl kreative als auch fragwürdige Figurenansammlung am Damenflügel. Noch war der Schaden nicht auf dem Brett manifestiert, doch schließlich verweigerte Frank einmal zu oft den Vorstoß d4:

Frank verpasst 12.d4
Der Figurenhaufen am Damenflügel war mit 12.Sc2 nicht aufzulösen. Stattdessen hätte 12.d4 zumindest etwas die Passivität von Weiß beendet.

Nach 12.Sc2 nutzte der internationale Meister die Gunst der Stunde und fixierte den d-Bauern mit 12...Se5!. In der Folge überspielte er Frank mit dynamischen Spiel, bevor er effektvoll am Königsflügel vollstreckte.

Brett 4: Nikolas Wachinger - FM Christian Polster ½:½

Vorher hatte der Bremer in einem IM-Turnier seine erste Norm erzielt (Glückwunsch an dieser Stelle), war also gerade so richtig eingespielt. In der Eröffnung entstand eine Maroczy-Struktur nach anfänglichem Rossolimo. Für Christian war alles auch noch im grünen Bereich, doch es dauerte nicht lange, da übersah er einen für diese Struktur typischen taktischen Schlag.

Christian erlaubt den taktischen Schlag 15.Sd5
Mit dem Turmzug ignorierte Christian die Idee des Weißen, die sich durch Tc1 im letzten Zug angekündigt hatte. Wer einen Tipp möchte: der richtige schwarze Zug wäre Da5 gewesen.

Wer es gesehen hat: Glückwunsch! Nikolas spielte korrekterweise 15.Sd5! und die schwarze Stellung klappte in sich zusammen. Doch während es bis dahin ein recht einseitges Spiel gewesen war, so änderte sich jetzt plötzlich das Momentum. Der Werderaner zeigte Verwertungsprobleme und ließ Christian in ein Endspiel entkommen. Vielleicht zeigte sich jetzt die Belastung des vorangegegangenen Turniers? Auch wenn Christian mit einem unnötigen Bauernverlust noch leiden musste, scheint die Partie zu beweisen, dass das Turmendspiel Remis ist. Da haben wir gearde noch die komplette Null in der vorderen Hälfte vermieden.

Brett 5: Rudi Hörstmann - GM Gennadij Fish ½:½

Rudi sah sich einem defensiv eingestellten Großmeister gegenüber. Mit dem Tarrasch deutet er bereits an, dass sein Ziel offenbar ein solides Schwarzremis war. Verdeutlicht wurde das Ganze noch durch die Abwicklung in ein Endspiel, in dem Weiß noch drücken kann, Schwarz sich durch gute Verteidigung aber relativ problemlos halten kann.

Der Großmeister gibt einen Bauern, um eine remisliches Endspiel zu erhalten
Mit 18...Tf5! gab Schwarz einen Bauern, dank der entstehenden ungleichfarbigen Bauern sollte die Stellung aber recht einfach Remis sein. Andere Züge hätten die schwarze Aufgabe erschwert.

Der Bremer spielte recht zügig, schien also zu wissen was er da tat. Der Bauerngewinn half nicht weiter, für Rudi war nichts zu machen und so musste er schließlich ins Remis einwilligen.

Brett 6: IM Gerlef Meins - Martin Hörstmann 1:0

Martin schien auf den ersten Blick mit einem Abtauschslawen gute Aussichten auf ein Remis zu haben, doch dann zeigte sich, dass der Bremer noch einen giftigen Pfeil im Köcher hatte. Mit Engine und einem Eröffnungsbuch bewaffnet kommt man schnell auf die richtige Idee, Martin am Brett hingegen konnte sich nicht erinnern und verpasste das aggressive g5 gleich zweimal.

Martin hat eine letzte Chance mit 13...g5 das Spiel im Gleichgewicht zu halten
Hier sieht es nach dem Eindringen der Dame bereits unangenehm aus. Martin rettete mit 13...a5? den angegriffenen Bauern. Erforderlich war jedoch der mit 13...g5 initiierte Bauernsturm am anderen Flügel

Nach dem Bauernzug auf der falschen Brettseite konnte Weiß mit 14.Sa4! in Vorteil gelangen. In der Folge war es bereits schwierig. Martin versuchte es mit einem Figurenopfer. Sein Gegner hatte dieses bereits einmal auf dem Brett gehabt, musste aber trotzdem noch lange nachdenken, um die Widerlegung die ihm entfallen war erneut zu finden. Letztlich zeigte er sich der Aufgabe aber gewachsen und strich den vollen Zähler ein.

Brett 7: Felix Hampel - IM Sven Joachim 1:0

In meiner Partie kam recht schnell ein Qualitätsopfer meines Gegners aufs Brett. Mein Wissen war diesbezüglich recht begrenzt und so fand ich nicht den Weg, um dieses wenn auch nicht zu widerlegen, so doch zumindest herauszufordern. Nach abgeschlossener Entwicklung von beiden Seiten verpasste ich zu erkennen, dass damit auch das Ende des bislang start strategisch geprägten Spiels eingetroffen war. Zu meinem Glück fand mein Gegner einen anderen "guten" Weg, der es mir jedoch dank einer taktischen Begründung erlaubte, meine Figuren wieder zu koordinieren. Ich entschied mich, meine Qualität zurück zu geben, um dafür einen Mehrbauern zu bekommen und die gegnerische Umklammerung zu lösen. Hier bestand die Gelegenheit für den Bremer zu mauern, was er jedoch zugunsten einer Abtauschaktion unterließ. Besonders schlau wollte ich meinen verbleibenden Turm aktivieren, was den Erfolg hatte meinen Gegner tief abtauchen zu lassen. Trotz der Denkpause fand er den Ausgleichsweg nicht, den hinterher Stockfish unbeeindruckt ausspuckt. Stattdessen strebte er eine (verlorenes) Endspiel an. Kurz vor der Zeitkontrolle tauschten wir noch Fehler aus, doch mit neuer Zeit war offensichtlich, dass ich auf Gewinn stand.

Schwarz verpasst die Gelegenheit mit 38...Le5 ins Spiel zurück zu kommen
Zuvor hatte ich mit der Überführung des Springers nach c6 begonnen (anstatt ihn gewinnbringend nach c4 zu stellen). Da er aber noch nicht dort angekommen ist, hätte Schwarz mit 38...Le5 ausgleichen können.

Nach der Partie wies mein Gegner auf einen interessanten Verteidigungsversuch hin, der - obwohl wir ihn vor Ort nicht widerlegen konnten - allerdings auch nicht mehr geholen hätte. Letztlich lief mein d-Bauer durch und kostete den Läufer. Mit dem übrig gebliebenen Bauern auf g2 war die Stellung gewonnen und nachdem ich den ersten der zwei verbliebenen Bauern erobert hatte, streckte mein Gegner noch gerade rechtzeitig vor einem neuen Partieformular die Waffen.

Brett 8: IM Christian Richter - Attila Aba Virag 0:1

Hinten kamen die Punkte, aber da war das Match bereits gelaufen. Attila gelang die Eröffnung laut eigener Aussage ganz gut. Sein Gegner entschied sich frühzeitig gegen eine Änderung der Stellung, womit aber alle Chancen auf Eröffnungsvorteil dahin waren. In der Folge spielte Attila zielstrebig, der Bremer eher zaghaft.

Attila lehnt richtigerweise das Remisangebot mit dem starken 19...f5! ab
Den Zug 19.Ld2 verband der Weiße mit einem Remisangebot. Richtigerweise lehnte Attila ab und begann mit 19...f5! seine Expansion.

Die Stellung zum Zeitpunkt des Remisangebots war bereits besser für Attila und in den nächsten Zügen baute er seinen Vorteil noch weiter aus. Das dynamische Spiel ging allerdings auf Kosten der Prophylaxe und so ergab sich fast schon zufällig die Chance zum Ausgleich für den Werderaner. Als dieser jedoch nicht zugriff, schritt Attila mit einer taktischen Abwicklung zur Vollendung. Innerhalb der Kombination wurde er jedoch einer Mattdrohung gewahr, die den Plan zunichte machte. Obwohl es mit dem richtigen Damenzug immer noch klarer Vorteil gewesen wäre, war es diesmal Attila der fehlgriff. In hoher Zeitnot konnte der Weiße aber das Geschenk nicht nutzen und wurde gar noch mattgesetzt.

Im Gesamtergebnis steht also ein 3:5 aus unserer Sicht zu Buche. Natürlich schade und etwas ärgerlich, gegen die uns doch klar überlegene Truppe haben wir aber nicht so schlecht abgeschnitten. Um noch einmal den Bogen zum Titel zu schlagen: vor diesem Match hatten wir ganze 13(!) Begegnungen in Folge in der Oberliga gewonnen. So verbleibt noch das Ziel - wie auch in der Vorsaison - mit nur einer Niederlage gegen den haushohen Favoriten Zweiter zu werden. Den nächsten Schritt dafür können wir noch in diesem Monat in der Begegnung gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Hannover 96 machen.

 

[Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.1"] [White "Petkidis, Anthony"] [Black "Grigorian, Spartak"] [Result "0-1"] [ECO "B96"] [WhiteElo "2375"] [BlackElo "2353"] [Annotator "Hampel,Felix"] [PlyCount "60"] [EventDate "2019.??.??"] 1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bg5 e6 7. f4 h6 8. Bh4 Qb6 9. a3 Be7 10. Bf2 Qc7 {so in den letzten drei bis vier Jahren ganze zehn Mal von Maxime Vachier-Lagrave gespielt} 11. Qe2 {sorgt für den Überraschungseffekt und bringt den Gegner aus dem Theoriewissen, leider lässt sich so der Najdorf kaum herausfordern} (11. Qf3 {wird von den meisten gespielt, insgesamt - und nicht untypisch für den Najdorf - punktet Schwarz ganz gut}) 11... Nc6 12. Nb3 b5 13. O-O-O $6 {das ist zu gewagt} (13. g3 Bb7 14. Bg2 O-O 15. O-O $11 {war angezeigt}) 13... Bb7 $6 (13... b4 {legt gleich den Finger in die Wunde} 14. axb4 Nxb4 $15 {und Schwarz hat sich potentiell nützlich den Zug Lb7 eingespart}) 14. Kb1 b4 15. axb4 Nxb4 16. g4 d5 {der thematische Zug} 17. Bg3 $2 {danach wird sich der Weiße nie wieder erholen} ( 17. Bd4 {ist immer noch im Ausgleichssinne möglich, basiert aber auf der ein oder anderen Computervariante} Qxf4 (17... dxe4 18. Be5 $11) 18. Na5 $14 { zeigt auf, warum Lb7 manchmal doch nicht gut ist}) 17... Nxe4 $1 $19 {der Bauer ist letztlich weg, ohne dass der Weiße genügend Kompensation erhält, eher im Gegenteil} 18. Nxe4 dxe4 19. Bg2 Rc8 20. Bxe4 Bxe4 21. Qxe4 Qxc2+ 22. Qxc2 Rxc2 23. Nd4 Rg2 24. f5 O-O 25. fxe6 fxe6 26. Rhe1 Bf6 27. Re2 {lässt eine hübsche taktische Wendung zu, aber guter Rat ist sowieso teuer} Rxg3 $1 { sehr aufmerksam} 28. hxg3 Bxd4 29. Rxe6 (29. Rxd4 Rf1+ {und trotz der fehlenden Bauern hat der König kein Fluchtfeld}) 29... Rf2 30. Rxd4 Rf1+ { Ziemlich überzeugende Partie vom Werderaner} 0-1 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.2"] [White "Werle, Jan"] [Black "Voege, Tobias"] [Result "1-0"] [ECO "D07"] [WhiteElo "2541"] [BlackElo "2210"] [Annotator "Hampel,Felix"] [PlyCount "55"] [EventDate "2019.??.??"] 1. d4 d5 2. c4 Nc6 3. Nc3 Nf6 4. Nf3 dxc4 5. e4 Bg4 6. d5 Ne5 7. Bf4 Ng6 8. Be3 e5 9. Bxc4 a6 10. Be2 Bd6 11. Nd2 { schwer zu sagen wann die Theorie aufhört, jedenfalls aus objektiver Sicht kann der Weiße zufrieden sein} Bxe2 12. Qxe2 b5 13. O-O O-O 14. a3 Nd7 { setzt auf den Hebel f5, der wird jedoch am Ende kein Glück bringen} (14... Qd7 $14 {schwer zu sagen was der Schwarz machen soll, vielleicht ist dieser Zug in Verbindung mit der Idee c6 oder Sf4 vorzuziehen}) 15. Rac1 (15. Rfd1 {ist eine sehr interessante Idee} Nf4 16. Qf1 {sieht reichlich merkwürdig aus, danach scheint es aber nicht so leicht für Schwarz zu sein am Königsflügel Spiel zu organisieren}) 15... Nf4 16. Qf3 {da macht sich die Dame allerdings nicht besser als auf f1} f5 $6 (16... Qg5 {die Überführung der Dame geht leichter ohne einen Springer auf e4, zudem blockieren sich die weißen Figuren zur Zeit noch etwas} 17. Rfd1 Qg6 $14 {und dann erst f5}) 17. exf5 Rxf5 18. Nde4 { wenn jetzt nur die Dame schon auf g6 stünde...} Qh4 19. Qg3 $6 (19. h3 { aus konkreten Gründen muss der Damentausch über g4 erfolgen, allerdings kostet das Zeit und h3 ist auch eine Schwäche}) 19... Qe7 $2 {verpasst eine gute Gelegenheit} (19... Ne2+ $1 20. Nxe2 Qxe4 $11 {das entlastet den Schwarzen und nach Sf6 hängt Weiß immer an der Deckung des Bauern auf d5}) 20. Qg4 Raf8 21. g3 {jetzt muss der schöne Springer sowieso weichen} h5 $2 { das funktioniert leider nicht, auch wenn es hier schon problematisch wird} ( 21... Nd3 22. Rc2 N3c5 $16 {ist ein langer Umweg um den Springer zu tauschen}) 22. Qd1 Nf6 (22... Ng6 {klein beigeben ist jetzt zu spät} 23. Nxd6 cxd6 24. Ne4 $18 {Weiß kommt über die c-Linie}) 23. Nxf6+ $2 (23. Nxd6 $18 {ist besser, da sich Weiß danach offenbar straflos auf f4 bedienen kann}) 23... R8xf6 24. Kh1 Rg6 $2 (24... Nh3 $16 {der Springer sollte wirklich verschwinden und auch wenn Schwarz nicht mehr gut steht, kann er immer noch hoffen}) 25. Qc2 (25. Qf3 {gefolgt von gxf4 ist zumindest etwas, was man als Mensch nicht unbedingt spielen möchte, auch wenn es gewinnt}) 25... Rfg5 $4 {übersieht, dass der Turm nicht mehr rauskommt} (25... Qf7 $16 {gefolgt von Sh3 war die allerletzte Chance}) 26. Ne4 Rg4 27. f3 Nxd5 28. Qb3 {schade, da waren zumindest ein paar Gelegenheiten um dem Großmeister das Leben schwieriger zu machen} 1-0 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.3"] [White "Buchenau, Frank"] [Black "Markgraf, Alexander"] [Result "0-1"] [ECO "B40"] [WhiteElo "2298"] [BlackElo "2492"] [Annotator "Hampel,Felix"] [PlyCount "56"] [EventDate "2019.??.??"] 1. e4 c5 2. Nf3 e6 3. b3 {Frank mag gerne geschlossene Sizilianer} b6 {so macht man das (zumindest kann man es gut spielen)} 4. Bd3 Bb7 5. O-O d6 6. Bb2 Nc6 7. Re1 Nf6 8. Na3 {Schwarz spielt recht klassisch, Weiß dagegen sehr kreativ, bislang hält sich das Ganze noch in der Waage} Be7 9. c3 {noch nicht direkt schlecht, aber zielt auf einen falschen Plan ab} (9. e5 Nxe5 10. Nxe5 dxe5 11. Bxe5 $11 {ist wesentlich sicherer}) 9... O-O 10. Rc1 a6 11. Bb1 b5 {so langsam übernimmt Schwarz das Ruder, Weiß hingegen ist eifrig beschäftigt die eigenen Figuren einzumauern} 12. Nc2 $6 (12. d4 cxd4 13. cxd4 d5 14. e5 Ne4 $11 {sieht aber auch schon wie ein guter Franzose für Schwarz aus aus}) 12... Ne5 $1 {nutzt aus, dass Weiß noch nicht d4 gespielt hat} 13. d3 c4 $5 { dynamisches und konkretes Spiel, das zeichnet den Meister aus} 14. Nxe5 dxe5 $15 {der Doppelbauer hilft Schwarz dank der halboffenen d-Linie und der Beschneidung der weißen Figuren Schwarz weit mehr als dass er ihm schadet} 15. Na3 $6 {Springer am Rand...} (15. dxc4 {ist wegen des hängenden e4 auch nicht schön, aber das Trauerspiel der weißen Figuren ist anderweitig nicht besser zu lösen}) 15... Qa5 $2 {zwingt den Weißen zu seinem Glück} (15... cxd3 { der Springer hat keine Felder außer mal wieder nach c2 zu ziehen} 16. Bxd3 Qb6 $17) 16. b4 Qc7 17. dxc4 bxc4 18. Qe2 Rfc8 19. f3 $6 (19. Rcd1 a5 20. b5 $15 { ist immer noch unangenehm, aber zumindest haben sich die weißen Aussichten verbessert}) 19... a5 20. Nc2 $2 (20. b5 $17 {musste sein, auch wenn der b5 keine dauerhafte Zukunft hat}) 20... axb4 21. Nxb4 h5 $1 {alle weißen Leichtifguren leisten nichts und der weiße König hat wenig Schutz, da ist der Aufmarsch des Randbauern genau richtig} 22. a3 h4 23. Rcd1 Bc5+ 24. Kf1 $6 {da steht der König ungünstig, Schwarz stand aber sowieso bereits auf Gewinn} (24. Kh1 {sollte auch nicht mehr retten}) 24... Bb6 25. g4 h3 26. Bc1 Qe7 27. Bd2 {übersieht den Einschlag} Nxg4 $1 28. a4 (28. fxg4 Qf6+ {und man sieht warum der König auf f1 unglücklich steht}) 28... Qc5 {dynamsiches Spiel vom Bremer, der sich den Weißen erst am Damenflügel zurechtlegte und dann am anderen Flügel den Todesstoß setzte} 0-1 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.4"] [White "Wachinger, Nikolas"] [Black "Polster, Christian"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "B52"] [WhiteElo "2276"] [BlackElo "2315"] [Annotator "Hampel,Felix"] [PlyCount "97"] [EventDate "2019.??.??"] 1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. Bb5+ Bd7 4. Bxd7+ Qxd7 5. c4 Nf6 6. Nc3 Nc6 7. d4 cxd4 8. Nxd4 e6 9. O-O Be7 10. Re1 O-O 11. b3 a6 12. a4 Qc7 13. Be3 Rfd8 14. Rc1 {bis hierhin gibt es sogar eine Vorgängerpartie} Rd7 $2 {das übersieht jedoch ein typisches Motiv im Sizilianer} (14... Qa5 $11 {folgte dort korrekterweise und trotz der etwas pasiveren Stellung hat Schwarz keine Probleme}) 15. Nd5 $1 {nur ein scheinbares Figurenopfer, da Weiß den Springer sofort und mit Zinsen zurückgewinnt} exd5 (15... Qd8 16. Nxc6 bxc6 17. Nb6 $18 {so kann sich Schwarz auch nicht aus der Affäre ziehen}) 16. cxd5 Nxe4 {objektiv eher noch schlechter, aber praktisch eine gute Wahl} (16... Re8 {nach so einem Zug hat Weiß einfach zu bequem einen Mehrbauern} 17. f3 $18 { bietet praktisch keine ernsthaften Chancen mehr}) 17. dxc6 bxc6 18. Nxc6 Qb7 19. Na5 Qb8 {soweit alles forciert und richtig} 20. Qd5 $6 {lässt Schwarz wieder zurück ins Spiel} (20. Nc4 {weist entscheidend auf die unterschiedliche Figurenaktivität hin} Bd8 21. Ne5 $1 Rb7 22. Nc6 {der Springer kehrt zurück, inzwischen stehen die schwarzen Figuren allerdings bedeutend schlechter} Qc7 23. Bd2 Nf6 24. Ba5 $18 {eine Beispielvariante, so spielt man als Mensch allerdings eher nicht}) 20... Nf6 21. Qc6 $2 {der Damenausflug führt zu nichts und gibt Schwarz die Zeit, die er braucht} (21. Qf3 $18 {hier ist es schon nicht mehr so klar, auch wenn Weiß immer noch deutlichen Vorteil hat}) 21... Bd8 22. Bd2 h6 23. Bc3 Bxa5 24. Bxa5 Qb7 { Schwarz hat es verpasst in den letzten Zügen mit d5 für mehr Entlastung zu sorgen, deshalb ist die Stellung wieder unangenehm} 25. Qxb7 $6 {das Endspiel verheißt Erlösung für den Schwarzen} (25. b4 $16 {damit bleibt der Druck bestehen}) 25... Rxb7 26. b4 Nd5 27. Re4 Rab8 28. Rd4 Nxb4 29. Rxd6 Na2 30. Rcd1 Rb1 31. g3 Rxd1+ 32. Rxd1 Rb3 33. Be1 Nc3 $2 (33... Nb4 {hätte sich den Bauernverlust erspart}) 34. Bxc3 Rxc3 35. Rd6 Kh7 36. Rxa6 {dieses Endspiel sollte vermutlich Remis sein} g5 37. Ra8 Kg6 38. a5 Ra3 39. h3 h5 40. a6 h4 41. g4 Kf6 42. a7 {ohne die Drohung der Umwandlung kann der schwarze König aktiv werden, mit diesem Einschub fehlt dem weißen König aber auch der Schutzplatz auf a7} Ra1+ 43. Kg2 Ra2 44. Kf3 Ra3+ 45. Ke4 Ra4+ 46. Ke3 Ra3+ 47. Kd4 Ra4+ 48. Kc5 Ra1 {Weiß kann keine Fortschritte erzielen} 49. Kd4 {Noch einmal davon gekommen, der Bremer hatte den Sieg qausi schon in der Hand. Dann aber auch hartnäckig von Christian verteidigt} 1/2-1/2 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.5"] [White "Hoerstmann, Rudi"] [Black "Fish, Gennadij"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "D34"] [WhiteElo "2223"] [BlackElo "2456"] [Annotator "Hampel,Felix"] [PlyCount "105"] [EventDate "2019.??.??"] 1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. g3 d5 4. Nf3 c5 {als stärkerer Spieler eine ziemlich unambitionierte Wahl} 5. cxd5 exd5 6. Bg2 Nc6 7. O-O Be7 8. Nc3 Be6 9. dxc5 Bxc5 10. Bg5 O-O 11. Bxf6 Qxf6 12. Nxd5 Qxb2 13. Nc7 Rad8 14. Qc1 Qxc1 15. Raxc1 Bb6 16. Nxe6 fxe6 17. e3 {dieses Endspiel ist für den Weißen gefahrlos auf Gewinn zu spielen} Rd6 18. Ng5 Rf5 19. Bxc6 Rxg5 20. Bxb7 {Schwarz hat auf Kosten eines Bauern ein Endspiel mit ungleichfarbigen Bauern erreicht, welches er mit hoher Wahrscheinlichkeit Remis halten sollte} Ra5 21. Rc2 Kf7 22. Bf3 Kf6 23. Kg2 h6 24. h4 Rd3 25. Be2 Rd6 26. Rfc1 Rdd5 27. Bc4 Rdc5 28. Kf3 Rc7 29. Bb3 Rac5 30. Rxc5 Rxc5 31. Rd1 {ohne einen Turm ist gar nichts mehr zu machen} Rf5+ 32. Ke2 Ke7 33. g4 Rb5 34. Kf3 Rb4 35. Rc1 Kd7 36. Rd1+ Ke7 37. Kg3 a5 38. Rc1 Kd7 39. Rd1+ Ke7 40. Rc1 Kd7 41. Rc3 Bc7+ 42. Kh3 (42. f4 {hält den König aktiver, aber nach} Bd6 43. Kf3 {hat Schwarz auch nicht wirklich viel zu befürchten}) 42... Bd6 43. Rc2 a4 44. Bc4 Ke7 45. f4 Rb1 46. Kg2 Ba3 {erzwingt den Turmtausch} 47. g5 Rb2 48. Rxb2 Bxb2 49. gxh6 gxh6 50. Kf3 e5 51. f5 Kf6 52. e4 a3 53. Bd5 {der Bremer zeigt eine gute Verteidigung, aber als Großmeister so abzuklammern ist schon sehr überraschend} 1/2-1/2 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.6"] [White "Meins, Gerlef"] [Black "Hoerstmann, Martin"] [Result "1-0"] [ECO "D14"] [WhiteElo "2409"] [BlackElo "2243"] [Annotator "Hörstmann,Martin"] [PlyCount "69"] [EventDate "2019.??.??"] 1. d4 d5 2. c4 c6 3. Nf3 Nf6 4. cxd5 cxd5 5. Nc3 Nc6 6. Bf4 Bf5 7. e3 e6 8. Bb5 Nd7 9. Qb3 Be7 10. O-O {"Stellt eine Falle" (Gerlef Meins), in die Schwarz ahnungslos hineintappt} O-O ({Viel besser ist hier der Aufbau} 10... g5 $1 11. Bg3 h5 12. h3 g4 13. hxg4 hxg4 14. Nd2 Kf8) 11. Rfc1 {Die Gewinnquote für Weiß in dieser Variante ist beachtlich} Rc8 ({ Gerlef lernte diese Variante in seiner Schwarzpartie gegen Wolfram Heinig bei den Deutschen Meisterschaften 2006 kennen, in der beide Gegner nach} 11... Na5 12. Qa4 Nf6 $4 {den Zug} ({besser ist} 12... Nc4 13. Bxd7 Nb6 14. Qb3 Qxd7 15. Ne5 Qd8 $11) 13. Bc7 $1 {mit Bauerngewinn übersahen und sich kurz danach auf ein Remis einigten}) 12. Bxc6 bxc6 13. Qb7 a5 $2 {Dieser meistgespielte Zug ist zu langsam} ({Besser ist} 13... g5 14. Bg3 h5 15. h3 g4 16. hxg4 hxg4 17. Nd2 Bd3 18. Qxa7 c5 {mit Kompensation in V. Milov - Hübner Schweiz 1998}) 14. Na4 $1 c5 15. Ne5 Nxe5 (15... Rc7 16. Qb5) 16. Bxe5 cxd4 $4 {Auch nach den anderen schon gespielten Fortsetzungen 16...f6, 16...Ld6 oder 16...De8 zeigt die Datenbank fast ausschließlich Weißsiege. 16...c4 verliert nach 17.Sb6 nahezu ersatzlos eine Qualität. Der fudelige Textzug wurde erst einmal gespielt, nämlich in ... Meins-Sträter, Essen 2006! Nach dem Beinaheunfall bei den Deutschen Meisterschaften im selben Jahr hatte Gerlef die Variante schnell in sein Repertoire aufgenommen. Hier und insbesondere an seinem 19. Zug überlegte er sehr lange, da er sich an seine Fortsetzung in jener Partie nicht mehr erinnern konnte} ({Anmerkung des Autors:} 16... f6 17. Bg3 e5 { bot die praktisch besten Chancen, denn:} 18. dxc5 (18. Nb6 Rb8 19. Qxd5+ Kh8 20. dxc5 Bxc5 {und Schwarz rettet sich in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und guten Remisaussichten}) 18... d4 $16 {Aktivität und das Läuferpaar sind etwas Kompensation für den Bauern}) 17. Rxc8 Qxc8 18. Qxe7 Qc2 {Wohin jetzt mit dem Springer, nach b6 oder c5?} 19. Nc5 $1 {Am besten} ( 19. Nb6 {dominiert den schwarzen Turm und plant 20.Ld6;} {nach} dxe3 (19... Qxb2 $4 20. Bxd4 $18) 20. Bd6 (20. fxe3 $4 Be4 21. Qg5 f6 $19) 20... exf2+ 21. Kh1 Ra8 $1 22. Nxa8 h6 23. Qf8+ Kh7 {müsste Weiß dann} 24. Be5 f6 25. Bxf6 gxf6 26. Qf7+ Kh8 27. Qxf6+ Kh7 28. Qf7+ Kh8 29. Qh5 Qd3 30. Qf3 Qxf3 31. gxf3 Bh3 32. Nc7 $18 {finden; der Springer gelangt aus seinem Eckenexil gerade noch pünktlich zurück ins Spiel und überlastet den schwarzen Läufer auf h3}) ( 19. Bd6 {ist ebenfalls vorteilhaft für Weiß}) 19... d3 {Der Sc5 deckt e4, daher schiebt Schwarz seinen Freibauern vor} 20. Bd6 ({Der andere hübsche Gewinnzug ist} 20. Nd7 Rc8 21. h3 d2 22. Kh2 $1 {Jetzt verliert} d1=Q ({ Auf das vorbereitende} 22... h6 {gewinnt} 23. Nb6 {da der Turm längs der Grundreihe nicht flüchten kann} Rf8 (23... Rc6 24. Qe8+ Kh7 25. Qxf7 $18) 24. Bd6 $18) ({die Turmflucht kann aber auch nicht vorbereitet werden:} 22... Kh8 23. Qxf7 Rg8 24. Nf6 $18 {Während dieser Turm keinen freien Platz längs der Grundreihe findet, ist die schwarze Dame damit überlastet, ihn zu decken und sich gleichzeitig um die Umwandlung des Bauern auf d2 zu kümmern}) 23. Rxd1 Qxd1 {wegen} 24. Nf6+ gxf6 (24... Kh8 25. Ne8 Kg8 26. Bd6 $18) 25. Qxf6 Kf8 26. Qh8+ Ke7 27. Qxc8 {und der weiße Mattangriff ist so stark, daß Schwarz die Dame verliert:} Qc2 (27... Qa4 28. Qc7+ Qd7 29. Bf6+ $18) 28. Qb7+ Ke8 29. Bf6 Qc5 30. Qb8+ Kd7 31. Qd8+ Kc6 32. Qc8+ Kb5 (32... Kb6 33. Bd4 $18) (32... Kd6 33. Be7+ $18) 33. Qb7+ Qb6 34. a4+ Kc5 35. Be7+ $18) 20... Ra8 21. Qb7 { Auck schick: Die weiße Dame tanzt mit dem schwarzen Turm, bis sie a tempo das Feld c7 erreicht; danach folgt Sc5-b3, was den schwarzen Freibauern zügelt...} Re8 ({...wie geschehen in Meins-Sträter:} 21... Rd8 22. Qc7 Ra8 23. Nb3 Qxb2 24. Be5 Qa3 25. Qc6 Rd8 26. Qc1 Qxc1+ 27. Rxc1 a4 28. Nd2 f6 29. Bb2 e5 30. f3 Rb8 31. Ba3 {...1-0(40)}) 22. Qc6 Rf8 {Schwarz sträubt sich gegen oben genanntes Szenario, aber nach} 23. Bxf8 d2 24. h3 h5 {verbleibt Schwarz ebenfalls chancenlos mit Minusfigur, denn} (24... Kxf8 {scheitert an} 25. Qd6+ Ke8 26. Qd7+ Kf8 27. Qd8#) 25. Bd6 {der Rest ist nicht weiter interessant} Kh7 26. Qb5 d1=R+ 27. Rxd1 Qxd1+ 28. Qf1 Qc2 29. Qe1 e5 30. Qxa5 d4 31. Bxe5 Qc1+ 32. Kh2 Qxb2 33. Bxd4 Qxf2 34. Qc7 Bg6 35. a4 {Schade, die Partie wurde quasi in der Eröffnung entschieden. Auf den Aufmarsch der Königsflügel kommt man von alleine allerdings auch eher weniger.} 1-0 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.7"] [White "Hampel, Felix"] [Black "Joachim, Sven"] [Result "1-0"] [ECO "E90"] [WhiteElo "2237"] [BlackElo "2387"] [Annotator "Hampel,Felix"] [PlyCount "119"] [EventDate "2019.??.??"] 1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. Nf3 O-O 6. h3 c5 7. d5 e6 8. Bd3 exd5 9. exd5 Re8+ 10. Be3 Rxe3+ {ein Qualitätsopfer das meinem Wissen nach eher darauf ausgerichtet ist, ein Remis zu erzielen. Sollte das der Fall sein, so fühle ich mich definitv geehrt :)} 11. fxe3 Qe7 12. O-O Nbd7 13. Qd2 {leider endete mein "Wissen" hier, gerade wo es sozusagen spannend wird} Nh5 $5 (13... Ne5 14. Nxe5 Qxe5 15. Rf3 $18 {hat es schon ein paar Mal gegeben, aber hier sind die weißen Züge leicht}) 14. Qf2 $6 {wie so oft, erster eigener Zug ist schwach und schon ist meinem Gefühl nach die schwarze Stellung kaum mehr zu knacken} (14. g4 {war mir suspekt, die Königsstellung so aufzureißen, muss aber im Prinzip der Ansatz sein}) (14. Rf2 {alternativ so g4 vorbereiten}) 14... Ne5 15. Be2 Nxf3+ 16. Bxf3 Nf6 17. Qh4 Bd7 (17... Nxd5 $2 {ich hatte nicht wirklich gehofft, das mein Gegner meinen "Einsteller" wahrnimmt} 18. Qxe7 Nxe7 19. Rad1 $18 {jetzt haben meine Türme plötzlich was zu tun}) 18. Qf4 Re8 19. Rae1 h5 {das hatte es lustigerweise bereits gegeben} 20. Qh4 {im Prinzip hat sich bisher alles darum gedreht, den Schwarzen daran zu hindern auf e5 mit dem Springer aufzutauchen} Qe5 21. Bd1 a6 22. Ba4 $2 {Fehleinschätzung, ich habe hier den Wechsel des Stellungscharakters von positionell/strategisch zu taktisch/konkret nicht mitbekommen} (22. a4 {b5 muss aufgehalten werden, auch wenn es mir schwer fällt, zu sehen wie Weiß hier weiter kommen will} Bf5) 22... Bxa4 23. Nxa4 Ne4 $2 {übersieht bzw. unterschätzt meinen nächsten Zug} (23... b5 $1 24. Nc3 b4 25. Nd1 {ich war überzeugt mittels Sf2 den Kampf um e4 erfolgreich aufzunehmen} Ne4 {ist erstaunlich schlecht für Weiß, denn:} 26. Nf2 Nd2 {Weiß kommt nie dazu, seinen Springer zu aktivieren ohne die Qualität oder anderes Material zurück zu geben} 27. Nd3 Qe7 28. Qxe7 Rxe7 $15 {und c4 fällt}) 24. Nc3 $1 Ng3 (24... Nxc3 25. bxc3 {ist freudlos für Schwarz } Qxc3 $2 26. Qf4 $1 {den muss mein Gegner übersehen haben}) 25. Rf3 Nf5 26. Qf2 h4 27. Rf4 Qe7 28. Rxf5 {die Qualität zu behalten erschien mir auch nicht aussichtsreicher, jedoch gefährlicher und tatsächlich gibt mir die Maschine recht} gxf5 29. Qxf5 {und wieder zurück beim Spiel auf ein Tor} b5 $6 (29... Qe5 $14 {es ist schwierig für Weiß aus seinem Mehrbauern Kapital zu schlagen} ) 30. cxb5 axb5 31. Nxb5 Bxb2 32. Rf1 $2 {Fehlberechnung meinerseits} (32. Qg4+ Bg7 33. a4 $16 {den Te1 werde ich schon noch befreien können}) 32... Rf8 $2 { nach langem Nachdenken} (32... Rb8 33. Qd3 (33. Nxd6 {klappt nicht so ganz} Qxd6 34. Qxf7+ Kh8 35. Rf5 Bg7 $11 {weit weg war dieser Läufer in meinen Gedanken, ich ging davon aus, dass der schwarze König hier erledigt wäre}) 33... Be5 $11) (32... Be5 33. Na3 $18 {die Idee habe ich sogar gesehen}) 33. Qg4+ Bg7 34. Kh1 Qxe3 $6 {wieder forciert mein Gegner die Dinge und wieder hilft es mir weiter} (34... Ra8 $16) 35. Nxd6 Qg3 36. Nf5 $2 {ich musste eine Entscheidung fällen und die Idee Se7-c6 sah zu gut aus, zumindest solange man einen durchaus naheliegenden Zug ignoriert...} (36. Nc4 {den Gewinnzug} Qxg4 37. hxg4 $18 {hatte ich gesehen, im Vergleich kam mir der Springer aber zu passiv vor} Re8 38. a4 Re4 39. Nb6 $18) 36... Qxg4 37. Ne7+ Kh7 38. hxg4 c4 $2 (38... Be5 {den hatten wir beide nicht gesehen, auch wenn er nicht so fern liegt} 39. Nc6 Bg3 {auf der Diagonale verhindert der Läufer nicht nur das Vorrücken des d-Bauern, sondern stellt auch meinen König auf Matt} 40. a4 c4 41. a5 c3 $11 {und Schwarz kriegt ausreichend Gegenspiel}) 39. Nc6 $2 {auch nur schlecht wegen einem Zug den ich verzeihlicherweise nicht in Erwägung gezogen habe} (39. d6 {habe ich nicht verstanden} Rd8 40. Rxf7 Rd7 (40... Rxd6 41. Nf5 Rg6 42. Rc7 Rxg4 43. a4 Rg5 44. Nxg7 Rxg7 45. Rxc4 $18 {das Turmendspiel ist gewonnen}) 41. g5 Rxd6 42. g6+ Kh8 43. Rf5 $18) 39... Rc8 $2 ( 39... f5 $1 {nicht der menschliche Zug vor der Zeitkontrolle} 40. gxf5 c3 $14 { die Aktivität wiegt den Bauernverlust auf}) 40. Rc1 (40. a4 {vielleicht genauer}) 40... c3 $6 (40... Bf8 41. Rxc4 Re8 42. Rc1 Ra8 $18 {birgt praktische Schwierigkeiten}) 41. a4 $18 Ra8 42. d6 (42. a5 {gewinnt (vielleicht) einfacher} Bf6 43. Kg1 {der Königsmarsch ist nicht sinnvoll aufzuhalten} Kg7 44. Kf2 Kf8 45. Ke2 Ke8 46. Kd3 Kd7 47. Kc4 Kd6 48. g5 Bxg5 49. Rxc3 $18) 42... Rxa4 (42... Bh6 $5 {nach der Partie konnten wir die Widerlegung nicht finden} 43. Rxc3 Rxa4 44. d7 Ra1+ 45. Kh2 Bf4+ 46. g3 hxg3+ 47. Rxg3 $1 {den müsste man dann noch finden, hatten wir nur an anderen Stellen ausprobiert} (47. Kh3 $4 Rh1+ 48. Kg2 Rh2+ 49. Kg1 Bc7 {wäre nur Remis }) 47... Bc7 48. d8=Q Bxd8 49. Nxd8 $18 {hier kann Schwarz den g-Bauern nicht abtauschen}) 43. d7 Bf6 44. d8=Q (44. Rxc3 Ra8 45. Rd3 Bd8 {muss gewonnen sein, wollte ich aber nicht riskieren} 46. Nxd8 Rxd8 47. Kh2 $18) 44... Bxd8 45. Nxd8 Kg6 46. Rxc3 Rxg4 47. Kh2 $18 {leider gibt es keinen Achtsteiner, aber der Gewinn sollte recht einfach sein} Re4 48. Rf3 f5 49. Nb7 Rd4 50. Nc5 Kf6 51. Kh3 Rc4 52. Nd3 Re4 53. Nf2 Rd4 54. Kh2 Kg5 55. Nh3+ {dieses Manöver sollte nicht zu verhindern sein und den h-Bauern gewinnen} Kg4 (55... Kg6 56. Rf4 $18) 56. Ra3 Rb4 57. Ra8 Rb5 58. Rg8+ Kh5 59. Nf4+ Kh6 60. Rg6+ {Insgesamt haben wir beide in einer komplizierten Partie den ein oder anderen Fehler begangen, glücklicherweise habe ich nicht den letzten Fehler gemacht.} (60. Rg6+ Kh7 61. Rg5 {und nach Th5+ ist der h-Bauer weg, danach sollte es einfach sein auch den f-Bauern zu gewinnen}) 1-0 [Event "OLNW 1819 SV Werder Bremen II - HSK Lister Turm"] [Site "?"] [Date "2019.02.03"] [Round "6.8"] [White "Richter, Christian"] [Black "Virag, Attila Aba"] [Result "0-1"] [ECO "A43"] [WhiteElo "2357"] [BlackElo "2271"] [Annotator "Virag,Attila Aba"] [PlyCount "76"] [EventDate "2019.??.??"] 1. d4 Nf6 2. Nf3 c5 3. d5 e6 4. Nc3 d6 5. e4 a6 6. a4 Be7 7. Bc4 O-O 8. O-O exd5 9. Nxd5 Nc6 10. Nd2 $6 (10. Re1 Bg4 11. h3 Bxf3 12. Qxf3 Ne5 13. Qe2 Nxc4 14. Qxc4 Re8 $14 {Ich habe meinen Gegner gefragt, warum er nicht so gespielt hat. Er meinte, er mochte diese Stellung nicht}) 10... Rb8 11. Nc3 (11. Re1 b5 12. Bf1 Ne5 13. h3 Nxd5 14. exd5 Bf5 $11) 11... Be6 12. Bd5 Qc7 13. Nc4 b5 14. axb5 axb5 15. Ne3 Nd4 16. Ne2 Nxd5 17. exd5 $6 {Anmerkung des Autors: mit etwas ziellosem Spiel von Weiß geht die Initiative immer mehr an den Schwarzen über} Nxe2+ 18. Qxe2 Bd7 19. Bd2 $6 {(=)} f5 $1 {natürlich kein Remis, hier hat Attila so richtig Blut geleckt} 20. f4 Bf6 21. c3 Rfe8 $17 22. Qf2 Qb7 23. Ra2 Ra8 24. Rfa1 Rxa2 25. Rxa2 b4 (25... g6 {Präziser. Jetzt ist f5 gedeckt und Weiß kann nichts machen. Erst danach wird der gleiche Plan wie in der Partie umgesetzt}) 26. Ra1 bxc3 27. Bxc3 $2 (27. bxc3 {hier wäre ich gespannt gewesen, wie Attila verwandelt hätte}) 27... Bd4 $1 28. Re1 Qb3 $2 ( 28... g6 29. Qd2 Re4 30. Bxd4 cxd4 31. Nc4 Qa7 32. Qf2 Qc5 33. Rxe4 fxe4 $19) 29. Qd2 (29. Bxd4 $1 cxd4 30. Nxf5 {hier sieht man, warum g6 nützlich ist} Rxe1+ 31. Qxe1 Qxb2 32. g4 h6 33. Ne7+ Kf7 $11 {DIe Position ist remislich, zwar habe ich immer noch gute Chancen, aber ich habe Weiß zurück ins Spiel gelassen}) 29... Re4 30. Kh1 Rxf4 (30... h6 {Sicherheit zuerst!} 31. h3 Rxf4 32. Nc2 Bxc3 33. bxc3 Rc4 $19) 31. Nf1 $2 Rf2 $1 32. Qg5 h6 33. Qd8+ Kh7 34. Qxd7 Qxd5 (34... Bxc3 $1 35. bxc3 Qxd5 36. Ne3 Qd2 $19 37. Rg1 Qxe3 38. Qxd6 Qxc3 $19 {Zwie Mehrbauern und dazu noch die aktiven Figuren: ein einfacher Gewinn}) 35. Ne3 $1 {das Matt auf g7 ist das Problem} Qe4 $2 $15 (35... Qe5 $1 $17 {Immer noch besser dank der aktiven Figuren} 36. Kg1 Rf4 37. Bxd4 cxd4 38. Nc2 Qc5 39. Nxd4 Qxd4+ 40. Kh1 $19) 36. Qxd6 $4 $138 (36. h3 {Sicherheit zuerst, jetzt hätte Attila ums Remis kämpfen müssen}) 36... Qxe3 $1 { in Zeitnot übersehen, dass ein Grundreihenmatt in der Luft hängt} 37. h3 Re2 38. Rxe2 Qg1# {Stark von Attila, der erst als Fahrer Konzentration investieren musste und dann als Schwarzer seinen titeltragenden Gegner überspielte. Jetzt noch in Zukunft die Vollendung perfektionieren, dann bleiben die 1200% bestehen!} 0-1
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