Urlaubsbedingt kommt der Spielbericht diesmal etwas später, ich hoffe, damit könnt Ihr leben. Dafür schreibe ich die letzten Zeilen gerade mit dem Laptop auf dem Schoß in der Sonne, ca. 23 Meter von der Nordsee entfernt. Nächstes Mal bin ich trotzdem wieder pünktlicher! An dieser Stelle jedenfalls danke an alle Zulieferer aus den Mannschaften!
Der Zweite Spieltag in den Mannschaftskämpfen war schon im Vorfeld von vielen Spieler-Ausfällen geprägt. Verschiedene Urlaube – immerhin sind Schulferien – und einige andere Gründe führten dazu, dass alle Mannschaften Ersatzgeschwächt antreten mussten. Dennoch sollten 7 voll besetzte Mannschaften an den Start gehen, hätte es nicht – immerhin ist Herbst und da geht ja immer so einige Viren rum – noch ein paar kurzfristige krankheitsbedingte Ausfälle gegeben.
So blieben also leider noch ein paar Bretter frei. Vier der sieben Mannschaften traten „zu Hause“ in der IGS List an. Für mich das erste Mal an dem Spielort – ein schöner, heller Raum mit reichlich Platz, da lässt es sich durchaus gut spielen!
Also, auf geht’s!
1. Mannschaft (Oberliga)
Die erste Mannschaft trat diesmal am gleichen Tag an wie der Rest, gegen Hameln. Näheres dazu gibt es sicher die Tage von Felix separat.
2. Mannschaft (Landesliga)
Mit vielen Ersatzspielern fuhren die Zweite zu Tempo Göttingen, einem weiteren Konkurrenten um den Aufstieg. Ein kranker Spieler konnte kurzfristig schon nicht mehr ersetzt werden, wir waren also zu siebt.
Unsere kampflose Niederlage war allerdings nicht einmal die erste beendete Partie. Unser Spitzenbrett, seit 27 Partien für den Lister Turm ungeschlagen (22,5:4,5 Punkte!), erlebte einen Manuel-Neuer-Effekt: Wenn das Karriere-Ende naht, lassen wir es richtig krachen. Hier kam allerdings entlastend ein Medikamenteneinfluss hinzu.

Mit 12. De2-e5?? stellte Weiß eine Figur ein und damit die Partie. (Es folgten 12. … - Sxf3+ 13. Sxf3 - Dxe5 14. Sxe5 - Ld4 und Aufgabe Weiß.)
Nach 2 Stunden beim Stand von 2:0 sah es für uns wieder erfreulicher aus: Die Schwarz-Spieler Günter, Cyrano und Jürgen R. hatten gegen die geschlossenen Eröffnungen ihrer Gegner mehr Raum oder mehr Spiel erreicht, alles wirkte hoffnungsvoll. Die Weiß-Spieler zeigten ihren Gegnern, wie man die Eröffnungen planvoll behandelt. Michael hatte gegen das Wolga-Gambit den Bauern mehr und war drückend überlegen. Artem lehrte geschlossenes Spanisch, Schwarz stand mit dem Rücken zur Wand. Thorsten hatte über Zugumstellung einen Maroczy-Aufbau gegen Sizilianisch erreicht und ebenfalls Druck aufgebaut.
Günters Partie endete nun remis, Jürgen R. stellte einen entscheidenden Bauern ein. Cyranos Gegner hingegen brach ein und verlor. Stand 3,5:1,5 mit immer noch viel Hoffnung.
Artem hatte in ein Springer-Endspiel mit 5 gegen 4 Bauern abgewickelt. Als er klar auf Gewinn stand, kam ein Blackout, er verlor den Mehrbauern, die Partie endete remis - 4:2. Michael konnte in einer teilweise zähen Partie schließlich den Vorteil ausbauen und gewinnen - 4:3.
Nun war es an Thorsten. Er hatte ein Springer-Endspiel erreicht mit 4 gegen 4 Bauern und besaß Raumvorteil – objektiv ausgeglichen, aber Thorsten ließ nicht locker. Sein Gegner hatte nach 55 Zügen unter Druck seine Bedenkzeit aufgebraucht und machte in Zug 57 endlich den entscheidenden Fehler. Thorsten hatte ihn „totgesessen“.

In dieser Stellung spielte Schwarz 57. … - Kd4??. Chance auf Remis hält hier aber nur 57. … - Kc5!, damit der schwarze König nach 58. Sg8 auf das Feld d4 ziehen, Kontakt zum e5 halten und gleichzeitig das Feld d5 für den schwarzen Springer freihalten kann, z.B. 58. … - Kd4 59. Sxh6 - Se7+ 60. Kf6 - Se5+ =.
Der verdiente Endstand war also 4:4. Letzten Endes können wir uns nicht beklagen. (Anmerkung: Merkt Euch schon mal die Vier.)
3. Mannschaft (Verbandsliga)
In der Verbandsliga kam es zum HSK-internen Duell Dritte gegen Vierte. Naturgemäß gilt da die Dritte etwas als Favorit. Beide Mannschaften gaben eines der Spitzenbretter an die Zweite ab. Weitere Ausfälle hielten sich in beiden Teams etwa die Waage, so dass der nominelle Elo-Vorteil an sieben von acht Brettern bei der Dritten blieb. Dass die Vierte chancenlos wäre, wie hier und da zu hören war, war aber objektiv nicht zu erwarten, so groß ist der Abstand dann auch wieder nicht.
Dennoch ging es für die Vierte denkbar schlecht los, Anton Sammann musste krankheitsbeding kurzfristig passen. Stefan Seidler hatte so einen ruhigen Vormittag und die Vierte startete mit 0:1 in das Duell. Brett 8 war danach zuerst entschieden: Aus einer aktiven Stellung mit Damenbauer-Isolani für Weiß entwickelte sich nach viel Materialtausch ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern, in dem der schwarze König schon zwei Schritte weiter am Zentrum war. So konnte Sebastian auch noch die Läufer tauschen und war rechtzeitig, um an einem Flügel die gegnerischen Bauern einzusammeln und ein leicht gewonnenes Endspiel zu bekommen – 1:1. An Brett 7 hatten in einer soweit ich sehen konnte stets recht ausgeglichenen Partie bald Klaus und Christoph ein Remis zu vermelden.
Sean hatte neben mir an Brett 5 einen Zugfolgefehler von Wulf ausgenutzt und aus der Eröffnung heraus einen Bauern gewonnen. Wulf versuchte es mit Gegenspiel auf der geöffneten a-Linie, aber es gab kein Durchkommen. Sean entwickelte aktives Spiel und der Druck wurde bald zu hoch. Wulf musste aufgeben, gleichzeitig erreichte mich von Brett 2 die Nachricht, dass Laurenz gegen Thomas gewinnen konnte. In einer sehr taktischen Stellung – sowas wie ein Trompowsky, der mit einem Benko beantwortet wurde – hatte Thomas einen deutlichen Vorteil hergegeben.
Es stand also weiter ausgeglichen – 2,5:2,5. Es spielten noch Dirk-Amir an 1, wo Dirk, wenn ich es richtig gesehen hatte, einen Turm für Figur und zwei Bauern hatte. Amirs Stellung sah aber deutlich aktiver aus. Simon an Brett 4 mit Schwarz gegen Ralph hatte den zweiten Caro Kann-Panov der Saison, stand sehr aktiv und konnte einen Bauern gewinnen. An meinem Brett 6 gegen Wolfgang war ich gut aus der Eröffnung gekommen, habe meine bessere Stellung durch einen Damentausch aus den Händen gleiten lassen und Wolfgang bekam immer mehr Gegenspiel, das sah langsam unbequem aus für mich. Während ich zunehmend unter Druck geriet, kam von Brett 1 die Meldung, dass Amir gewinnen konnte. Simon konnte kurz später seine gute Stellung gegen Ralph verwandeln und damit hatten wir also 3,5:3,5. Und diesmal war es an Wolfgang, den sorgfältig erspielten Vorteil aus den Händen zu geben, da hatte ich Glück! Im dann entstandenen Turmendspiel bot Wolfgang Remis. Ich hatte aber noch eine Gewinnidee! Ich war mit dem König schneller an seiner Bauernschwäche und sah Chancen, einen entscheidenden Freibauern zu schaffen, aber Wolfgang konnte seine Türm rechtzeitig für ein Dauerschach in Position bringen – Remis.
Am Ende steht also ein 4:4, mit dem die Dritte nicht ganz zufrieden ist – aber immerhin bleiben die Punkte im Lister Turm!
4. Mannschaft (Verbandsliga)
Siehe Dritte Mannschaft. :)
5. Mannschaft (Bezirksliga)
Die 5. Mannschaft hatte mit der Ersten von Hannover 96 einen prominenten Gegner zu Gast, der sicher als Favorit in den Kampf ging.
An Brett 1 hatte Dennis eine ausgeglichene Partie auf dem Brett, in der er sich im Endspiel gegen seinen sehr starken Gegner durchsetzen konnte. Zu Huberts Partie an Brett 2 kann ich nicht viel sagen, außer dass er danach nicht sehr zufrieden damit war, was nach einer Niederlage ja aber meistens so ist. Basil an Brett 3 geriet in einem Franzosen von Beginn an unter Druck, bekam kaum Gegenspiel und musste seine Partie ebenfalls abgeben.
Charlotte und Katarina hatten Partien mit vielen taktischen Möglichkeiten. Charlotte dominierte zwar und hatte deutlichen Vorteil, aber letztendlich zeigte sich mal wieder: Wer den vorletzten Fehler macht, gewinnt – in diesem Fall leider Charlottes Gegner. Katharina nutzte ihre taktischen Möglichkeiten und konnte sogar ihre Gegnerin einen Bauern umwandeln lassen, sich aber im Mattangriff durchsetzen. An Brettern 7 und 8 gab es einen Sieg von Levente und eine Niederlage von Martina. Einmal durchgezählt – es steht nun 3:4 aus unserer Sicht und es läuft noch Antonios Partie, der also einen Sieg braucht für das Mannschaftsremis. Mit dem zusätzlichen Druck von außen spielte Antonio ein konzentriertes Mittelspiel und wartete den richtigen Moment ab, um in einen Angriff überzuleiten, in dem er den Gegner zunehmend unter Druck setzte und zu einem entscheidenden Fehler zwang. Anschließend musst er das nur noch fehlerfrei nach Hause bringen, was gelang – das nächste 4:4!
6. Mannschaft (Bezirksklasse)
Die sechste Mannschaft ging ersatzgeschwächt gegen einen der Ligafavoriten, den SV Gretenberg an den Start. Es bot sich aber zunächst ein spannender Kampf. Es entwickelten sich meist ausgeglichene Partien, wenngleich sich niemand deutlichen Vorteil erkämpfen konnte. Werner lehnte an Brett 8 zunächst noch ein Remis ab, musste aber etwas später dennoch die Punkteteilung nehmen. Es gelangen leider heute aber keine Überraschungen. Auch wenn Boris und Stephan noch sehr lange kämpften und heute die beiden letzten Partien in der IGS List auskämpften, blieben am Ende nur 4 halbe Punkte von Werner, Reinhard, Florian und Boris und damit also eine 2:6 Niederlage gegen einen der Liga-Favoriten der Saison.
7. Mannschaft (Kreisliga)
Die siebte Mannschaft führte der Zweite Spieltag nach Sulingen, satte 1,5 Stunden Autofahrt waren es dahin. Die SF Sulingen waren letzte Saison auf Platz 2 und das Orakel sagte Ihnen mit 62% voraus, dass es dieses Jahr mit dem Aufstieg klappen könnte. Unsere drei besten Spieler konnten nicht bei uns mitspielen und so hatten wir wirklich Manschetten. Die durchschnittliche DWZ war bei Sulingen bei 1810 und bei uns 1560!
Nun wir waren aber schon da und spielten also auch. Marcel war als erster fertig und gewann. Lutz folgte als Zweiter und spielte Remis. Es folgte eine Niederlage von Bernd und Horst spielte unentschieden. Nach der Hälfte der Partien stand es also 2:2, wir konnten es spannend halten!
Das waren die unteren 4 Bretter, jetzt ging es nur noch um die oberen 4. Lennart spielte gegen einen 11jährigen und verlor. Dieser 11jährige hat später einen Pokal bekommen für den besten Spieler des Vereins...
Dann spielte Klaus-Dieter Remis an Brett 1 – Thomas an Brett 2 und Leon an Brett 3 kämpften noch. Thomas holte tatsächlich ein Remis gegen seinen Gegner mit fast 300 Punkten Ratingvorteil und der noch als Letzter spielende Leon gewann seine Partie gegen stolze 1840 DZW. Wir spielten also 4:4 und holen den nächsten Punkt gegen einen Turmhohen Favoriten!
Und dann ging es wieder 1,5 Stunden nach Hause - voller Freude über dieses Spiel!
Was für ein Spieltag, an dem fünf der sieben Mannschaften vier Brettpunkte einfuhren. Es war also mehr drin, aber auch weniger, und unterm Strich waren es zumeiste „gute Vieren" für die meisten Mannschaften!
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