Volles Programm für die Jugend bei der NSJOM

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NSJOM Zeitplan

Vom 27.03. am 02.04. hätte sicherlich ein Haufen Jugendlicher gerne in Rotenburg oder auf Norderney die Landeseinzelmeisterschaft gespielt. Ging nicht, aber egal, wir haben eine motivierte Schachjugend, die versucht, das beste daraus zu machen. Und so kam es, dass eine Woche lang für die Jugendlichen ein volles Programm angesagt war. Den Kern bildeten die Hauptturniere, wobei wir vom HSK in allen gemischten Altersklassen mindestens einmal vertreten waren. Gespielt wurde Blitzschach im Modus 5min+3sek/Zug auf der Plattform Lichess.org. Mit Ausnahme der Mädchenkategorie waren in allen Altersklassen etwa 50 Spielerinnen und Spieler am Start, was für die zweite Durchführung des Turniers schon eine ordentliche Hausnummer ist. Alle Details der Turniere gibt es hier: https://www.nsj-online.de/wordpress/zeitplan-der-nsjom-2021/.

Unser FSJler FM Christian Polster und ich kommentierten die Turniere von 10:00-13:00 Uhr jeweils live auf dem Youtube-Kanal der NSJ (https://www.youtube.com/channel/UCzSWBAsBB54f0J_zAGSnKdg). Außerdem gab es jeden Tag ein ausgefeiltes Rahmenprogramm mit Schachvarianten wie Räuberschach, Dreischach oder King of the hill sowie ein Training von FM Fabian Müller und ein Geschwätzblitz mit IM Spartak Grigorian. Abgeschlossen wurden die Tage ab 20:15 Uhr mit „NSJ-Live", einem unterhaltsamen Talk-Show-Format, in dem der Tag und die Ergebnisse des Turniers noch einmal zusammengefasst wurden und zum Teil mit Gästen über alles mögliche gesprochen wurde.

In der U10 ging unser Bezirksmeister Sayas Payyappatt an den Start und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. In einem starken Feld gewann er mit 7,5/9 den Landesmeistertitel, viel Ruhm und Ehre und einen Pullover als Andenken. Herzlichen Glückwunsch dazu! Schachlich war die U10 mindestens an den 5-6 Spitzenbrettern nicht von den anderen Altersklassen zu unterscheiden. Kaum einzügige Figureneinsteller oder was Kids sonst so im Eifer des Gefechts machen, keine entschiedenen Partien nach 12 Sekunden durch ein Patt im gewonnenen Bauernendspiel.

Dadurch, dass alle Altersklassen zu unterschiedlichen Zeitpunkten spielten, war es jüngeren Spielern auch möglich, in höheren Altersklassen mitzuspielen. Bei den U12-Jährigen war Sayas ebenfalls am Start und erreichte einen starken 8. Platz.

Bei der U14 war neben Sayas auch sein großer Bruder Sreyas Payyappatt dabei, der bewies, dass er nicht nur der verdiente Deutsche Meister U12 ist, sondern auch auf Landesebene - mit 9/9 (!) - gewinnen kann. Damit geht der zweite Landesmeistertitel an den HSK und an die Familie Payyappatt. Die hier angefügte Partie gewann Sreyas gegen einen starken Mitkonkurrenten und Elofavoriten des Turniers, die Übersetzung aus dem Englischen stammt von mir. Neben dem Brüderpaar spielte auch Tim Moritz mit der Landesmeisterschaft eines seiner ersten Turniere überhaupt und erreichte starke 4,5/9. Er hat ebenfalls eine Partie kommentiert, die mit ein paar Anmerkungen von mir hier zu finden ist.

[Site "https://lichess.org/gC096DQS"] [Date "2021.03.30"] [White "DanielSteinerSchach"] [Black "Sreyas2008"] [Result "0-1"] [WhiteElo "2227"] [BlackElo "2136"] [TimeControl "300+3"] [ECO "B23"] [Opening "Sicilian Defense: Closed"] [Annotator "https://lichess.org/@/Sreyas2008"] 1. e4 1... c5 2. Nc3 2... g6 3. Nf3 3... Bg7 4. d3 { d4 ist hier der normale Zug, d3 ist nicht so nützlich. Er sollte später sowieso d4 spielen und verliert hier ein Tempo. } 4... Nc6 5. Be3 5... d6 6. Be2 6... Nf6 7. O-O 7... O-O 8. h3 8... b6 9. a3?! { a3 war hier eine Ungenauigkeit. Stattdessen hätte er lieber d4 spielen sollen, was zwar weiterhin wegen 4.d3 ein Tempo verliert, aber trotzdem besser gewesen wäre. } (9. d4 cxd4 10. Nxd4 Bb7 11. Nxc6 Bxc6 12. Qd3) 9... Bb7 10. Nd2?! { Sd2 war wieder ungenau, weil es Zeit verliert. Er sollte lieber seinen Turm aktivieren und den Plan d3-d4 verfolgen.} (10. Re1 d5 11. Nxd5 Nxd5 12. exd5 Qxd5 { Hier steht Schwarz wegen seiner Figurenaktivität ein bisschen besser }) 10... d5?! { d5 war ungenau, da stattdessen Sd4 stärker gewesen wäre. Dieser Durchbruch war ein bisschen voreilig und Sd4 war eine Möglichkeit, die schnell wieder verloren gehen kann. } (10... Nd4 11. a4 Ne8 12. Bf3 Nc7 13. Bxd4 cxd4 14. Ne2 Rc8 { Weiß ist jetzt ein wenig eingeschränkt und wird Probleme mit fehlendem Raum haben. }) 11. exd5 11... Nxd5 12. Nxd5 12... Qxd5 13. Bf3 13... Qd7 14. Rb1 14... Rad8 15. Ne4?! { Ne4 war nicht so gut, weil das die Läuferdiagonale versperrt. Das erlaubt mir, Se5 zu spielen. Seitdem er seinen Springer rausgebracht hat, kann ich meinen Springer aktivieren, ohne Läufer tauschen zu müssen. Jetzt verbessere ich meinen Springer und meinen Läufer mit Tempo auf seinen Läufer und er muss sich zwischen einer Verschlechterung oder einem Abtausch des Läufers entscheiden. } (15. Re1 f5 16. Nc4 e5 17. Bg5 Rc8 18. c3 h6 19. Bh4) 15... Ne5 16. Nd2 16... Nxf3+ 17. Nxf3 17... e5 18. Nd2 18... Qc6 19. f3 19... b5? { b5 war ein Fehler, ich hätte lieber f5 spielen sollen. Ich habe auf dem falschen Flügel gespielt und f5 hätte Se4 gestoppt. } (19... f5 20. Re1 c4 21. Nxc4 e4 22. Bf2 h5 { mit Angriffsideen }) 20. Qe2 20... Rfe8 21. Ne4 21... c4 22. dxc4 22... bxc4 23. Rbd1? { Tad1 wäre ein Fehler, weil er sich gegen La6 vorbereiten sollte. Wenn La6 nicht vorgebeugt wird, ist c3 eine starke Drohung. } (23. Nc5 e4 24. fxe4 Qc7 25. Nxb7 Qxb7 { Jetzt hat Weiß einen kleinen Vorteil. }) 23... c3 24. Nxc3?? { Sxc3 war ein Patzer, weil ich jetzt eine Qualität gewinne. Das gab mir auch die Möglichkeit, eine Falle aufzustellen. } (24. Rxd8 Rxd8 25. b4 Ba6 26. Rd1 Bxe2 27. Rxd8+ Bf8 28. Bc5 f5 29. Rxf8+ Kg7 { Hier muss Weiß Tf6 spielen. Wenn er Sg3 oder Sxc3 spielt, gewinnt Lxf3 für Schwarz } 30. Rf6 (30. Nxc3 Bxf3 31. gxf3 Qxf3 32. Rc8 f4 33. Bf2 e4 { Schwarz hat jetzt einen zerstörenden Angriff. }) (30. Ng3 Bxf3 31. gxf3 Qxf3 32. Nf1 Qxh3 33. Rc8 Qg4+ 34. Kf2 Qe4 35. Rc7+ Kf6 { Auch wenn Weiß einen Turm und zwei Leichtfiguren für die Dame hat, hat Schwarz genug Bauern für die Kompensation und den weißen Figuren fehlt es an Koordination. }) 30... Qa8 31. Rf8 Qd5 32. Nxc3 Qd2 33. Nxe2 Qxe2) 24... Ba6 25. Rxd8 25... Rxd8 26. Rd1 26... Bxe2 27. Rxd8+ 27... Bf8 28. Bh6?? { Lh6 war ein Patzer, der in meine Falle tappst. Jetzt spiele ich Db6 und gewinne den Turm. Es gab andere Züge, aber auch dann stünde ich besser. } (28. Nxe2 f5 29. Nc3 Kf7 { Ich habe jetzt einen soliden Raumvorteil und dieser Aspekt ist verwertbar, wenn ich richtig spiele. } 30. Rd5) 28... Qb6+ 29. Kh2 29... Qxd8 30. Bxf8 30... Qxf8 31. Nxe2 31... Qd6 32. Ng3 32... e4 33. fxe4 33... Qf4 34. e5 34... h5 { 0-1 Aufgabe Weiß. } 0-1
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[Site "https://lichess.org/UfQPR078"] [Date "2021.03.30"] [White "Se_Ra"] [Black "Wer-Spinne (Tim)"] [Result "0-1"] [WhiteElo "1313"] [BlackElo "1358"] [TimeControl "300+3"] [ECO "C50"] [Opening "Giuoco Piano"] [Annotator "https://lichess.org/@/Wer-Spinne"] 1. e4 1... e5 { [%clk 0:05:00] } 2. Nf3 2... Nc6 3. Bc4 3... Bc5 { Das Spiel beginnt mit einer italienischen Eröffnung. Meine Lieblingseröffnung, um nichts vorzuenthalten. } 4. Ng5 { Bei diesem Zug habe ich kurz gezweifelt, was ich denn machen sollte, ich habe zunächst keine gute Verteidigung für das Feld f7 gefunden. "4. ... De7" wäre nicht das beste gewesen, zwar habe ich das Feld f7 nach "5. Sxf7 Dxf7; 6. Lxf7+ Kxf7" verteidigt, jedoch eine Qualität verloren. Somit wäre ich mit drei Bauerneinheiten im Rückstand gewesen, zudem der König auf dem Präsentierteller und keine Rochade mehr möglich. } 4... Nh6 { Also entschied ich mich für "4. ... Sh6". Der Springer am Rand, allerdings f7 mäßig verteidigt. Den besten Zug, "4. ... Dxg5", übersah ich jedoch völlig. } (4... Qe7 5. Nxf7 Qxf7 6. Bxf7+ Kxf7 { Hier die Stellung, die ich oben beschrieben habe. }) 5. O-O 5... O-O { Um f7 nicht noch weiter zu belasten, tat ich es meinem Gegner gleich und versteckte meinen König mit einer Rochade hinter den Bauern, zudem war eben genanntes Feld durch meinen Turm nun ausreichend gedeckt. } 6. d3 6... d6 7. Nc3 7... Qe8 { Die Dame habe ich hier nach e8 gezogen, um f7 noch stärker zu schützen, sollte als nächstes "8. Df3" kommen, und um den nächsten Zug vorzubereiten. } 8. Be3 (8. Qf3 { (3 Mal angegriffen und 4 Mal gedeckt) } { [%cal Ge8f7,Gf3f7,Gh6f7,Gg5f7,Gc4f7,Gf8f7,Gg8f7] }) 8... Be6 9. Nxe6 9... fxe6 { Hier hat das Schlagen mit dem Bauern Vor- als auch Nachteile. Auf der e-Linie habe ich nun einen Doppelbauern, der nur durch die Dame geschützt ist, und durch einen weiteren Angriff schlecht verteidigt werden kann. Allerdings schaut der Turm jetzt über die halb-offene f-Linie zum König rüber und kann später mal gefährlich werden. } { [%cal Gf8f2] } 10. Bxh6 { Der Zug kam für mich überraschend, so hatte ich ihn doch übersehen. Nun kann man diskutieren, ob der Springer so viel Wert ist, um den Bauernriegel aufzureißen, oder ob man den Läufer nicht schlägt. Das kommt aber auf die Situation an, und hier habe ich mich entschlossen, den Springer abzutauschen. } { [%cal Gg7h6] } 10... gxh6 { Zwar kann die Dame jetzt den König mit 11. Dg4+ ins Schach setzen, aber der kann sich nach h8 flüchten, und ist dort auch nicht in zu arger Bedrängnis, da der gegnerische Läufer auf den schwarzfeldrigen Diagonalen bereits geschlagen ist. } { [%csl Gg8][%cal Gd1g4,Gg8h8] } 11. Qg4+ 11... Kh8 { Das taten wir dann auch. Hier übersah mein Gegner zum Glück den besten Zug, und zwar "12. Lxe6", da der Bauer nun durch die weiße Dame zweimal angegriffen und nur einmal gedeckt ist. } { [%csl Ge6][%cal Gc4e6,Ge8e6,Gg4e6] } 12. Rfe1 (12. Bxe6 { Nun muss man nicht gleich mit der Dame schlagen, das würde einen weiteren Qualitätsverlust bedeuten. } 12... Qxe6 13. Qxe6 { Damit hätte ich 7 Bauerneinheiten verloren. }) 12... Bxf2+ { Mit dem letzten Zug übersah mein Gegner wie gesagt nicht nur die Chance, meinen Bauern zu schlagen und weiter in meine Verteidigung einzudringen, sondern auch die Läufergabel, die ich natürlich schamlos ausnutzte. Geschlagen werden kann mein Läufer vom König hier nicht, da er vom Turm geschützt ist. Ich vermute, dass das hier die Stelle war, an der sich die Partie entschied. } { [%csl Gg1,Ge1,Gf2][%cal Gf2g1,Gf2e1,Gf8f2] } 13. Kh1 13... Bxe1 14. Rxe1 14... Nd4 { Um meinen Bauern auf e6 nicht zu verlieren, schützte ich ihn mit diesem Springerzug, und griff gleichzeitig den gegnerischen Bauern auf c2 an. } { [%csl Ge6,Gc2][%cal Gd4e6,Gd4c2] } 15. Qg3 15... Rg8 { Den Damenzug konnte ich hier nicht verstehen, und ich vermute, dass ich mit 15. ... Tg8 seine Dame noch mehr belasten wollte. Allerdings hätte ich seinen Bauern schlagen können, wodurch sein Turm bedroht wäre. } { [%csl Gc2][%cal Gg8g3,Gd4c2] } (15... Nxc2 { (Bedrohung seines Turms mit gleichzeitigem Figurengewinn) } { [%csl Ge1][%cal Gc2e1] }) 16. Qe3 { Der Zug war sehr zweifelhaft, schon wieder hatte er eine Gabel übersehen. Man kann sich denken, wie ich reagiert habe. } 16... Nxc2 { Turm und Dame werden vom Springer gleichzeitig bedroht. Eine Figur von beiden ist auf jeden Fall futsch, im besten Fall der Turm, schließlich ist er weniger wertvoll. Empfehlenswert wäre hier 17. De2, da der Springer dann anschließend geschlagen werden kann. Trotzdem hätte man dann eine Qualität verloren. } { [%csl Ge3,Ge1][%cal Gc2e3,Gc2e1] } 17. Qxh6 { Trotzdem schlug er den Bauern auf h6. Warum, weiß ich nicht. Denn er hat ja dann nach 17. ... Sxe1 einen größeren Verlust zu beklagen. } (17. Qe2 Nxe1 18. Qxe1 { Ein Verlust von 2 Bauerneinheiten. }) 17... Nxe1 18. Bxe6 { Nun erst schlug er den Bauern. Ein wenig spät, er hätte durch früheres Schlagen mehr Druck und Schaden aufbauen und anrichten können. Der Zug mag wegen der Bedrohung des Turms durch den weißen Läufer recht passabel erscheinen, jedoch geht der Läufer in den nächsten Zügen verloren. } { [%cal Ge6g8] } 18... Rg6 { Und zwar hiermit. Mal wieder eine Gabel, diesmal aber durch einen Turm ausgeführt. Der Turm, geschützt durch die Dame, sonst könnte er von der weißen Dame geschlagen werden, bedroht Dame und Springer gleichzeitig. Um nicht die Dame zu verlieren, muss er mit derselben ziehen. Bei einem Figurenabtausch mit dem Turm, verliert er 4 Bauerneinheiten, da die weiße Dame dann durch die schwarze Dame geschlagen werden kann. Zwar die weiße Dame den Läufer auf e6 mit 19. Dh3 schützen, der ist aber 2 Mal angegriffen und dann nur einmal gedeckt. Jetzt kann man auch die andere Variante probieren, dass man die schwarze Dame mit dem Läufer durch 19. Ld7 angreift. Um die Dame nicht zu verlieren, muss die Dame wegziehen, schlagen bringt nichts, da der Turm dann ungeschützt dasteht und seinerseits von der weißen Dame geschlagen werden kann. Weitere Ausführungen zu dieser Theorie in der Nebenvariante. Der beste Zug für weiß ist 19. De3. Jetzt kann schwarz trotzdem seinen Läufer auf e6 schlagen, dafür ist der schwarze Springer auf e1 weg. Leider steht die weiße Dame jetzt relativ weit hinten, aber das ist besser, als seinen Läufer, oder gar seine Dame ohne Abtausch zu verlieren. Das tat mein Gegner auch. Allerdings hatte er schon wieder was übersehen. } { [%csl Gg6][%cal Gg6e6,Gg6h6,Ge8g6] } 19. Qe3 { [%clk 0:01:56] } (19. Qh3 { [%csl Ge6][%cal Gh3e6,Gg6e6,Ge8e6] } 19... Rxe6 { Der Läufer ist verloren. }) (19. Bd7 { Nun kann man auch mit dem Turm 19. Ld7 Txh3 die Dame schlagen und nach 20. Lxe8 Txe8 sich den Läufer holen. Der Läufer gehört somit schwarz. Der beste schwarze Zug, wenn er seine Dame nicht hergeben will, ist 19. Ld7 Df7. Schon wieder eine Gabel. Der Läufer ist bedroht und gleichzeitig gibt es eine Mattdrohung (20. ... Df1#)! Die realistischste Abwehr ist 20. De3. Andernfalls würde er die Dame verlieren. Jetzt kann man genüsslich den weißen Läufer verspeisen. Zwar kann jetzt der eigene schwarze Springer geschlagen werden, dafür ist der Druck bei schwarz raus, er hat seine Dame noch, und die weiße Dame steht irgendwo abgemeldet in der Pampa. } { [%csl Gd7][%cal Gd7e8,Gh6g6] } 19... Qxd7 (19... Rxh6 20. Bxe8 Rxe8 { Damenabtausch plus Läufergewinn für schwarz. }) (19... Qf7 { [%cal Gf7d7,Gf7f1] }) 20. Qxg6 { Ein Verlust von 2 Bauerneinheiten. }) 19... Nxg2 { Wie gesagt, mein Gegner hatte schon wieder was übersehen. Und zwar 19. ... Sxg2. Die Dame ist angegriffen, und muss wegziehen. Der weiße Läufer kann wieder nicht gedeckt werden, und er geht verloren, wenn weiß nicht aufpasst. } { [%cal Gg2e3] } 20. Qh3 { Der richtige Zug. Warum, das erläutere ich später. } 20... Rxe6 { Den Läufer nahm ich hier mit dem Turm, weil ich sonst durch durch Damenabtausch meine Dame verloren hätte. } (20... Qxe6 { Zwar ist der Springer zweimal angegriffen und nur einmal gedeckt, aber zuletzt habe ich eine Qualität von einer Bauerneinheit gewonnen, also, sollte er lieber nicht geschlagen werden. Allerdings kann er mit meiner Dame auf e6 abtauschen, und sich so rächen, indem er den dann ungeschützten Springer schlägt. Trotzdem hat er letztendlich einen Bauern durch 19. De3 Sxg2 verloren. } { [%csl Gg2][%cal Gg6g2,Gh3g2,Gh1g2] } 21. Qxg2 (21. Qxe6 Rxe6 22. Kxg2 { Weiß hat sich den Läufer, der zuvor von der schwarzen Dame geschlagen wurde zurückgeholt. }) 21... Rxg2 22. Kxg2 { Eine Bauerneinheit und den Springer verloren }) 21. Qxg2 21... Qg8 { Ich wollte endlich seine Dame aus dem Weg haben, und bot mit diesem Zug einen Damenabtausch an. Zudem setzte ich ihn etwas unter Druck, da er nun auf seinen König aufpassen muss der völlig eingeklemmt ist. } { [%cal Gg8g1] } 22. Qh3 22... Rg6 { Hier mit dem Turm die Mattdrohung, die mit "23. Se2" noch abzuwehren ist. } 23. Ne2 23... Rf8 { Da sich jetzt ja alles auf den König dort hinten konzentrierte, schickte ich meinen Turm gleich mit auf die offene f-Linie, um noch mehr Druck aufzubauen. } { [%cal Gf8f1] } 24. Qd7 { Das war wohlgemerkt ein Fehler. Er zieht seine schützende Dame weg, nur um einen Bauern zu bedrohen? Seine Dame schützte bis eben noch das durch meinen Turm auf f8 bedrohte Feld f1. Hier hätte ich ihn mattsetzen können. Doch leider übersah ich die wunderbare Kombination 24. Dd7 Tf1+; 25. Sg1 Tfxg1#. Somit gestaltete sihc die Partie als deutlich länger. } { [%csl Gf1][%cal Gf8f1] } 24... Rf7 (24... Rf1+ 25. Ng1 Rfxg1# { Ein wunderschönes Matt - hätte ich es nicht übersehen. }) 25. Qh3 { Er erkannte seinen Fehler und zog seine Dame zurück - gerade noch rechtzeitig. } 25... Rf2 { Um mir für das Feld g1 freie Bahn zu verschaffen bedrohte ich seinen Springer, aber leider konnte er auch dort seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Und zwar mit 26. Sg3 } 26. Ng3 26... Rxb2 27. Qd7 { Schon wieder der Zug mit der Dame weg von dem Teil des Feldes, wo gerade Hochspannung herrscht. Als würde man in einer Steckdose den Widerstand entfernen: Kafrrazzl! } 27... Rb1+ { Doch leider baute ich den Widerstand so halb wieder ein. Mit 27. Dd7 Txg3; 28. hxg3 Dxg3 hätte ich ein nicht mehr zu verhinderndes Matt gehabt. (29. Dh3/Df5 Tb1+; 30. Df1 Txf1#) } 28. Kg2 28... Rb2+ 29. Kh1 { Zum Glück ging mein Gegner zurück in die Ecke, sonst hätte die Partie deutlich länger gehen können, und ich hätte am Ende womöglich verloren. } 29... Rxa2 30. Qxc7 30... Rxg3 { Endlich nutzte ich meine Chance und schlug den Springer. Freie Bahn! } 31. Qxd6 { Zum Glück schlug mein Gegner den Bauern und versuchte nicht mit der Dame noch einen Zug zu tätigen, der mir das Matt erschweren könnte. So konnte ich ihn endlich nach so vielen verpassten Möglichkeiten besiegen. } 31... Rg1# { 0-1 Black wins by checkmate. } { Möglich wäre auch 31. Ta1# gewesen. } 0-1
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In der Altersklasse U16 durften neben Sreyas nun auch John Reimer und Jan Pubantz dazustoßen. John schaffte mit 5/9 locker die 50%, Sreyas erreichte mit 7/9 Platz 4, und Jan landete nach einer unglücklichen Niederlage in der letzten Runde „nur“ auf Platz 2. Bemerkenswert ist an dieser Stelle noch die großartige Leistung von Alessandro Gärtner vom Schachzentrum Bemerode, der nicht nur seine eigene Altersklasse gewann, sondern als U12er bei den Großen das Gold mit nach Hause nahm! Hier eine selbst kommentierte Partien von John:

[Site "https://lichess.org/study/ASDeqU1t/qcNH7cdu"] [White "Beautifulflamingo"] [Black "JohnReimer"] [Result "1/2-1/2"] [WhiteElo "1744"] [BlackElo "1496"] [UTCDate "2021.04.17"] [UTCTime "09:42:53"] [Variant "Standard"] [ECO "B01"] [Opening "Scandinavian Defense: Main Line, Mieses Variation"] [Annotator "https://lichess.org/@/Der_Elofant"] 1. e4 d5 { Ich mag die Skandinavische Verteidigung. } 2. exd5 Qxd5 3. Nc3 Qa5 4. d4 Nf6 5. Bc4 Bf5 6. Bd2 c6 { Um auf den Abzug Dd8 spielen zu können. } 7. Nd5 Qd8 { Genau das ist passiert. } 8. Nxf6+ exf6 { Ich habe mit dem Zentrumsbauern geschlagen, da ich meine Bauernstrucktur nicht ruinieren wollte. außerdem finde ich ein offenes Zentrum sehr ansprechend, da ich beabsichtige lang zu rochieren. } 9. Qh5 { Während des Spiels wusste ich nicht was das sollte. } 9... Be6 { Ich habe mich gegen Bg6 entschieden. Rückblickend wäre es der bessere Zug gewesen. Be6 verhindert zwar Matt, aber verliert den Läufer da f7 geffeselt ist. Nicht gut. } (9... Bxc2 10. Qxf7#) 10. Qe2 { Ich war froh den Läufer nicht zu verlieren. Andererseits muss ich jetzt dafür sorgen das ich den f6 nicht verliere. Außerdem sieht Dame e6 sehr störend aus. } 10... Qxd4 { Habe mich dazu entschieden Dxe6 zu zulassen. ich habe meine Dame auf d4 als sehr stark angesehen, da sie sowohl b2 bedroht, als auch Lc5 mit einem Tempo erlaubt. Leider habe ich dabei Lxe6 xe6 Dxe6 (Le7 läuft in Dc8 Dd8 Dxb7.) (Kd8 verliert das Rochade recht und nach o-o-o ist der schwarze König sehr schwach.) übersehen. } 11. Bxe6 fxe6 12. Qxe6+ Be7 13. O-O-O Qd5 14. Qc8+ Qd8 { Ich wollte dringend Damen tauschen, um schwarz nicht zwei Schwerfiguren im Zentrum zu geben. Angesichts meines schwachen Königs erschien das falsch. } 15. Qxb7 { Mist. } 15... Nd7 16. Qxc6 Rc8 17. Qa4 O-O { Ich habe a7 nicht gedekt, weil ich gerne Dxa7 Ta8 auf dem Brett sehen würde. } 18. Ba5 { Hab ich übersehen. Springer weg. } 18... Qe8 19. Qxd7 Qxd7 { Df3 wäre wegen des drohenden Matts besser gewesen. } 20. Rxd7 Bc5 21. Nh3 Rc6 { Ich wollte meine Türme doppeln. } 22. Re1 Rfc8 23. Rd2 a6 { Ich wusste nicht was ich machen sollte und habe ob des Zeitunterschieds einen Wartezug gemacht. } 24. Rde2 Kf7 25. Nf4 Bd6 { Ich wollte druck auf h2 ausüben. } 26. Ne6 Bxh2 { Den hab ich dann auch geschlagen. Ich wollte g3 mit Te8 begegnen. Außerdem habe ich nur noch knapp 13 Sekunden Zeit. } 27. g3 Re8 { Habe Sd8 übersehen. } 28. Nd4 { Meine Gegnerin auch. } 28... Rd6 { Ich habe meinen Turm auf e8 leider hängen lassen. Schade drum. } 29. Nf5 { Ich denke meine Gegnerin wollte meine Zeit verbrauchen und hat deshalb nicht über ihre Züge nachgedacht. } 29... Rde6 30. Rxe6 Rxe6 31. Rh1 { Ich hatte ein wenig Panik und habe deshalb Te5 übersehen. } 31... g6 { Ich hatte ein wenig Panik und habe deshalb Te5 übersehen. } 32. Ne3 { Sh6 wäre eine gute Option gewesen. } 32... Re5 33. Bc3 Rh5 34. Ng4 { Nun habe ich den Läufer endgültig verloren. trotzdem sieht die Fesslung auf den Springer gut aus. } 34... f5 35. Nxh2 Ke6 { Ich brachte meinen König in die Mitte da das Endspiel begann. } 36. Kd2 Kd5 37. Ke3 g5 { Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht anzugreifen. Th6 um ihn wieder ins Spiel zu bringen sieht auch nicht schlecht aus. } 38. Kf3 f4 { Verliert nen Bauern. Ich wollte einfach wieder ein bisschen in der Zeit aufholen. } 39. gxf4 gxf4 40. Kxf4 Rh4+ 41. Kg3 Rh5 42. Kg2 Rg5+ 43. Kf3 Rf5+ 44. Kg2 Rg5+ 45. Kf3 Rf5+ 46. Kg2 Rg5+ { Das war jetzt überraschend. Ich habe keine Ahnung warum meine Gegnerin ein Remis wollte. Vielleicht war es ausversehen. } *
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Die U18 wurde von den bekannten Kandidaten aus der U16 besucht. John musste ein wenig Lehrgeld zahlen und kam am Ende auf 2,5/9 Punkte und Jan landete durch ein kleines Malheur in der letzten Runde wieder „nur“ auf dem Silberrang. Hier eine kommentierte Partie:

[Event "NSJOM-2021-U18"] [Site "lichess.org"] [Date "2021.04.02"] [White "Evering, Sören"] [Black "Pubantz, Jan"] [Result "0-1"] [ECO "B12"] [WhiteElo "2199"] [BlackElo "2226"] [TimeControl "300+3"] {[%evp 0,62,19,31,75,68,59,67,70,52,69,24,27,29,35,35,27,0,11,15,15,15,13,7,4, 1,-14,3,1,-45,-31,-23,-20,-12,1,1,-6,0,-5,-89,-115,-108,-117,-143,-164,-255, -242,-248,-247,-341,-347,-351,-351,-358,-346,-346,-419,-613,-250,-1871,-2404, -29973,-1984,-29999,-30000]} 1. e4 c6 2. d4 d5 3. e5 Bf5 4. h4 Qc7 5. c4 e6 6. Nc3 h6 7. Nge2 Ne7 8. Ng3 Bh7 9. Be3 dxc4 10. Bxc4 Nd7 {Bis hierhin war mir und meinem Gegner die Stellung bekannt. Mein Plan war nun mit Sb6, Se-d5 und langer Rochade fortzusetzen.} 11. Rc1 {Hier wich mein Gegner von unserer vorherigen Partie ab, in der er Df3 gespielt hatte, was den Bauern f7 angreift und somit die Entwicklung erschwert.} (11. Qf3 Nb6 12. Bb3 Ned5) 11... Nb6 12. Bd3 (12. Bb3 {Wäre etwas besser gewesen, um das Feld d5 ein mal mehr zu kontrollieren und nicht so viele Figuren zu tauschen, was hier den Schwarzen begünstigt.} Ned5 13. Qf3 {wäre hier auch möglich}) (12. Nb5 $2 {mit dem Versuch nach d6 zu gehen scheitert an} cxb5 13. Bxb5+ Nc6) 12... Bxd3 13. Qxd3 Ned5 14. a3 (14. Nge4 {hätte minimalen Vorteil behalten}) 14... Nxc3 {Hier wollte ich ein Springerpaar vom Brett nehmen, da nur einer meiner Springer das starke Feld d5 besetzen kann. Da der Bauer nun auf a3 steht, konnte mein Gegner nun nicht mit dem b-Bauern zurückschlagen.} 15. Qxc3 Nd5 16. Qd2 O-O-O {[%csl Yd5,Re3] Nun habe ich das Szenario guter Springer gegen schlechter Läufer erreicht. Mein Läufer ist zwar ebenfalls nicht gut, kontrolliert aber wichtige Felder und ist nicht so angreifbar, wie der meines Gegners.} 17. Ne4 Kb8 (17... f6 $1 {wäre hier schon sehr stark gewesen}) 18. O-O f5 {Jetzt werde ich die Schwäche f7 los und kann den weißen König angreifen.} 19. Nc5 $2 {Nun kann ich meinen schlechten Läufer gegen seinen starken Springer tauschen und anschließend die h-Linie öffnen. Ab hier ist die Stellung für Schwarz gewonnen.} (19. exf6 {Wäre besser gewesen, aber auch dann hätte ich gutes Spiel gegen den weißen König gehabt.} gxf6 {[%cal Yh8g8,Yg8g2,Yf6f5, Yf5f4]}) 19... Bxc5 20. Rxc5 Qe7 (20... g5 {Sofort g5 ist hier nochmal stärker, aber in der Partie war ich mir nicht sicher, ob der Zug schon funktioniert} 21. hxg5 hxg5 22. Bxg5 Qh7 23. f3 Qh2+ 24. Kf2 Rdf8 {[%cal Yf5f4, Yh8h3,Yh2g3] sieht aber schon sehr gut aus}) 21. g3 $2 {Hier hätte mein Gegner wahrscheinlich noch den h-Bauer opfern und versuchen sollen selbst anzugreifen.} (21. Qd3 Qxh4 22. b4) 21... g5 22. hxg5 (22. h5 {Weiß kann die Stellung auch nicht geschlossen halten, da der Läufer e3 kein Rückzugsfeld hat.} f4) 22... Nxe3 {Zwar wollte ich meinen guten Springer ungern gegen seinen Läufer tauschen, aber da die h-Linie sich öffnet und ich sehr starke Drohungen gegen den weißen König habe, ist der positionelle Faktor nun egal.} (22... hxg5 {wäre genauso gut} 23. Bxg5 Qh7 24. Bh4 Rdg8 {[%cal Yh7h4,Yg8g1]}) 23. Qxe3 (23. fxe3 $4 Qxc5) 23... hxg5 24. f4 Qh7 25. Kf2 gxf4 26. Qxf4 Qh2+ 27. Kf3 Qxb2 {Nun ist die Stellung komplett gewonnen} 28. Qe3 Qxd4 29. Rc3 Qd5+ 30. Kf4 Rhg8 31. Rf2 Rg4# {Mit diesem Sieg in der 8. Runde der U18 habe ich zwischenzeitlich die Führung im Turnier übernommen, auch wenn es letztendlich nur für den 2. Platz gereicht hat.} 0-1
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Wie jeder Kenner der LJEM weiß, wird der wahre Landesmeistertitel natürlich nicht bei diesen komischen Einzelturnieren entschieden, sondern in der Königsklasse, im Spiel aller Spiele, dem offenen Tandemturnier. ;-) Dort erreichten Christian und ich (Team „FM Fabian Stotyn“) den Sieg und Sreyas und Sebastian Mündörfer aus Rinteln (Team „Die Eisvögel“) waren ebenso dabei wie Sayas und Tandemlaie IM Dennes Abel (Team „Dennes und Sayas“).

An dieser Stelle vielen Dank an das Orgateam der NSJ (zu dem Christian und ich uns dieses Jahr auch zählen durften) für die großartige Organisation, die vielen schachlichen und menschlichen Erfahrungen, die gesammelt werden durften, und das Durchhaltevermögen, auch wenn es mal technische Schwierigkeiten gab. Außerdem danke an meine und Dennes Schüler vom HSK für die Teilnahme und die vorbildliche Kommentierung der Partien, weiter so!

Kommentare

U

Danke, Tobi, sehr schöner Artikel! Oh, hätte ich das mit dem Tandem bloß vorher gewusst...

L

Ein großes Lob an die Jugend und die Trainer! Sowohl euer Abschneiden in den Turnieren, als auch die Partiekommentierungen sind super. Sehr lesenswert :)

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